Mit dem Teufel spielt man nicht! – Johannes Cabal – Seelenfänger
28. Januar 2012 | Kategorie: Gelesen | Hinterlass einen Kommentar
Mephistopheles:
Topp!
Faust:
Und Schlag auf Schlag!
Werd ich zum Augenblicke sagen:
Verweile doch! du bist so schön!
Dann magst du mich in Fesseln schlagen,
Dann will ich gern zugrunde gehn!
Dann mag die Totenglocke schallen,
Dann bist du deines Dienstes frei,
Die Uhr mag stehn, der Zeiger fallen,
Es sei die Zeit für mich vorbei!”
Goethe, Faust I
Diese berühmten Verse hätte sich Jonathan L. Howards Romanfigur Johannes Cabal besser vorher einverleibt. Dem belesenen Herrn Cabal hätte sicher auch eine Reise durch die Literaturgeschichte nicht geschadet um zu wissen, dass man mit dunklen Mächten keine Wetten abschließt und schon erst recht nicht mit dem Teufel selber.
Er hat es trotzdem getan. Was hat er auch schon zu verlieren? Seine Seele hat der Teufel eh schon. Die hat er dafür geopfert, dass er das ist, was er eben jetzt ist. Ein Totenbeschwörer. Aber weil das ohne Seele seltsame Blüten treibt, will er sie doch jetzt gerne wiederhaben. Vom Teufel selber. Und der schlägt ihm eine Wette vor: Cabal soll in einem Jahr 100 Seelen sammeln, dann bekommt er seine zurück. Oder er fährt eben endgültig in der Hölle ein.
Cabal schlägt ein und bekommt als Dreingabe noch einen Jahrmarkt. Oder besser: Die Blaupause eines Jahrmarktes und ein bisschen Kapital in Form von Blut des Teufels.
So gerüstet zieht der Totenbeschwörer also los seine Seele zurückzugewinnen…
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Der Blog – Meine (un)heimliche Affäre!
26. Januar 2012 | Kategorie: Blogosophie | 2 Kommentare
Dies wird wahrscheinlich ein relativ sinnbefreiter Fülltext. Aber mir fällt grad nichts besseres ein… Und bevor ich mir ein Stöckchen schnappe, holze ich doch lieber so einfach was raus!
Sind wir doch mal alle ganz ehrlich, liebe Teilzeitnebenberufs-, Fach- und Allerweltsblogger und -bloggeretten!
Wir sind vergeben! Allesamt! Nicht an unseren Partner sondern im Zweifelsfalle an unsere heimliche Affäre. Unseren Blog.
Die meisten von uns haben schon eine jahrelange, intensive Beziehung mit Höhen und Tiefen hinter sich. Vieles wurde den immer bereiten Formularen zur Erstellung neuer Seiten und neuer Artikel anvertraut. Sorgen, Nöte und Gedanken zu Papier gebracht, die man so sicher niemandem erzählt hätte. Vieles davon ist über die Jahre auch wieder schneller im Papierkorb gelandet als einer von uns Publish klicken konnte.
Manches ist uns sicher insgeheim auch peinlich, aber es gehört eben zu unserer Beziehung dazu.
Jemand der uns nimmt, der nimmt uns nur mit unserer (un)heimlichen Affäre, die jeder im Netz verfolgen kann. Wann haben wir uns nicht schonmal Gedanken über unsere Geliebte gemacht?
- Unter der Dusche
- Im Bus
- Auf der Arbeit
- Im Bett wenn wir nicht schlafen konnten
- …oder sogar wegen ihr nicht schlafen konnten
- Beim kochen
- Beim Zähne putzen
- Wenn wir, draußen, in der freien Wildbahn des realen Lebens Zeuge einer Realsatire geworden sind
- …oder auch mal Opfer
Irgendwie hat sich wohl bei den meisten, die mehr als eine Hand voll Einträge im Jahr schreiben (und ich meine genau eine Hand voll) der Zustand eingestellt, dass es uns nur mit diesem digitalen Dings gibt. Wir sind doch alle schon süchtig danach und insgeheim immer noch verliebt wie am ersten Tag in unser Kleinod.
Sicher, die Beziehung zu unserem Blog ist in den meisten Fällen erwachsener geworden, wir haben auch sicher alle schon das eine oder andere Mal über eine Trennung nachgedacht, aber es ist am Ende doch ein ständiges Geben und Nehmen.
Ich gebe Texte und Bilder und mein Blog nimmt sich meine Zeit. Oder meine Nerven… oder auch Beides!
Ich mag ihn, meinen Blog, meine relativ unheimliche Affäre.
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Jetzt tanzen alle Puppen… – The Muppets
23. Januar 2012 | Kategorie: Gesehen | Hinterlass einen Kommentar
…macht auf der Bühne Licht!
Lange 13 Jahre ist es her, dass die Muppets das letzte Mal die Kinoleinwand erobert haben. Damals wurde die Frage geklärt woher eigentlich Gonzo kommt.
Noch länger ist es her, dass die “echte” Muppet-Show das letzte Mal im Fernsehen lief.
Eine ganze Generation ist also groß geworden ohne zu wissen, wer die großartigen Mupptes sind. Aber jetzt sind sie zurück!
Walter und Gary sind Zwillingsbrüder, die in einem beschaulichen Städtchen namens Smalltown aufwachsen. Zumindest wächst Gary, denn Walter bleibt doch immer gleich groß. Aber dieser Größenunterschied kann die zwei in mindestens einer Leidenschaft nicht trennen: Sie sind beide Fans der Muppets. Und als Gary mit seiner Freundin Mary zum zehnten Jahrestag nach LA fahren will, darf Walter mit. Mit um das Muppet-Theatre und die Muppet-Studios zu besichtigen.
Dass dieses sich mittlerweile in einem etwas heruntergekommenen Zustand befinden ist noch freundlich ausgedrückt. Durch Zufall erfährt Walter, dass Tex Richman, ein Öl-Mogul, die Studios kaufen will und platt machen will um dort in Zukunft Öl zu fördern. Einziger Ausweg: Die alte Truppe rund um Kermit und zehn Millionen zusammenbekommen um das Gelände zu retten.
Wer an dieser Stelle schon geistig auf Kinderfilm umgestellt hat, der irrt. Es ist nicht ganz so krawallig wie in den Anfangstagen der Muppets, aber man merkt dem Film in jedem Moment an, dass er mit sehr viel Liebe gemacht wurde. Hier wurde nicht einfach das Franchise wiederbelebt um Geld zu scheffeln sondern es wurde wirklich versucht dem alte Geist der Muppets wieder Leben einzuhauchen. Inklusive Gesang- und Tanzeinlagen, die auch früher, vielleicht nicht in so opulentem Maß, schon zur Muppet-Show gehörten wie Fozzies schlechte Witze.
Dass die Filzfiguren auch in den Jahren ihrer Abstinenz von der großen Bühne nichts von ihrem Reiz verloren haben, zeigt auch die “menschliche” Cast: Nicht nur dass Jason Segel (How I met your mother) mitspielt, er hat auch gleich noch das Buch geschrieben, ihm zur Seite gestellt hat man Amy Adams (Verwünscht) und das ganze mit Cameo-Auftritten unter anderem von Jack Black, Sarah Silverman, Zach Galifianakis, Jim Parsons, Neil Patrick Harris und Dave Grohl als Billig-Kopie von Animal namens “Animool”.
Der neue Mupptes-Film ist also eher was für Leute die früher schon die Muppets mochten. Also für all diejenigen, die auch ein kleiner Walter sind und es ein bisschen traurig finden, dass die Truppe verschwunden ist.
Wer weiß, vielleicht ist es ja der Anfang eines Comebacks. Das Theater gehört ja jetzt wieder ihnen und es ist wieder top in Schuss!
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Vorbildlich
20. Januar 2012 | Kategorie: Wahnsinn, Würzburg | Hinterlass einen Kommentar
Da stand ich also. An der roten Ampel in der Neubaustraße und habe gewartet.
Meinem Nebenmann ging es nicht schnell genug, also ist er schnell bei rot rübergewischt. Vorbildlich… Als die ältere Dame auf der anderen Seite das ehrfurchtsvoll gesehen hat, habe ich schon bis zu mir rüber gemerkt, wie sie innerlich anfängt mit den Füßen zu wackeln. Ich nicht. Ich habe Zeit. Zumindest so viel Zeit nicht vorzeitig als Kühlerfigur irgendwo auf einer Motorhaube zu landen.
Die Oma gegenüber nicht. Vielleicht weiß sie schon mehr als ich ahnte und hat eben nicht mehr so viel Zeit.
Während ich noch vor mich hinsiniere, lugt sie unter dem Schirm raus, hinunter Richtung Polizei… und läuft los. Ungeachtet des Autos, dass da aus dieser Richtung kommt. Mit Licht und eben doch für innerstädtische Verhältnisse normal schnell.
Die Oma war es nicht. Schnell, für innerstädtische Verhältnisse. Zumindest nicht schnell genug. Weder auf den Beinen noch im Kopf. Wäre sie gleich stehen geblieben, hätte der Fahrer des Golfs kein beherztes Brems- und Ausweichmanöver fahren müssen. Hupen traut man sich ja in dem Moment nicht aus Angst die Senioren könnten nicht als Wildschaden im Kühler landen sondern mit einem Herzanfall gleich umfallen. Nein, schnell im Kopf war sie auch nicht mehr. Sie ist einfach weitermarschiert. Hier laufe ich, auch wenn ich rot habe.
Man muss mir wohl meinen Blick irgendwo zwischen Verachtung und Entsetzen angesehen haben als sie auf der anderen Seite ankam, sonst hätte sie wohl nicht so verlegen gelächelt und gemeint
War schon knapp, oder?
Jede ironische, sarkastische oder auch irgendwie anders geartete Antwort wäre an dieser Stelle zu hoch gewesen. Auch Anspielungen darauf, dass ich es nicht so eilig habe auf den Friedhof zu kommen waren irgendwie weit weg. Ich habe es einfach auf den Punkt gebracht:
Deswegen war ja auch rot!
Ich glaube, ihr sind, ob dieser sehr einfachen Aussage, kurz die Gesichtszüge entglitten und sie konnte nicht anders als wortlos ihr Heil in der Flucht zu suchen.
Der junge Mann neben mir hatte andere Probleme. Man hat ihm geradezu angesehen, dass er damit kämpfen musste nicht in Lachen auszubrechen.
Und da wundere sich in Würzburg noch einer warum Fußgänger vor und gegen Autos laufen… bei solchen Vorbildern.
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Frankenwarte und Stadt – Diesmal Voll-analog
19. Januar 2012 | Kategorie: Bebildert | 2 Kommentare
Je mehr ich mit der analogen Kamera mache, desto mehr wird es eine Hassliebe.
Hass, weil ich nach Jahren der digitalen Fotografie die Kontrolle über das Resultat aus den Händen geben muss (nein, ich werde nicht selber entwickeln!) und am Ende nicht direkt beurteilen kann, ob ich Mist mit der Kamera gemacht habe, oder ob da jemand Mist beim entwickeln gemacht hat und die Bilder deswegen so sind wie sie sind. Gerade bei meinem zweiten Film von diesem Wochenende ist das eine echt harte Frage, da dort einige helle Flecken sind, die da nicht hingehören. Das stört mich schon ein bisschen. Ich muss mich glaube ich erst noch an das passende Material und die passenden Einstellungen rantasten. So ist das eben wenn man sich wieder mehr auf sein Können verlassen muss als dass die Technik einem die eigenen Schwächen schon aufzeigt.
Liebe, weil es eben so anders ist. Sonst dürfte es für die meisten Nutzer einer Digitalkamera kein Thema sein mal eben 70 Bilder zu machen. Bei meinen zwei Filmen, habe ich mir jedes Bild sehr genau überlegt und lange drüber gegrübelt ob es das ist oder nicht. Man spürt sein Limit und will kein Bild für Banalitäten verschwenden. Eigentlich soll jedes Bild ein perfektes Kunstwerk werden. Wie gesagt, ich bin bei Film zwei und drei mit dieser Kamera. Der eine oder andere Glücksgriff ist sicher dabei, aber ich habe noch viel Luft nach oben.
Ich liebe es auch, dass analog fotografieren so entschleunigt. Motiv finden, drüber nachdenken, von Hand scharf stellen und abdrücken. Übrigens ist es, auch anders als bei der digitalen Variante, wirklich noch eher ein Bilder “schießen”. Zumindest wenn man vom spürbar kräftigeren Rückschlag beim Auslösen ausgeht
Ich merke auch, dass die Bilder, so wie ich sie auf CD bekommen habe, auf dem Bildschirm ganz anders wirken als wenn man sie gedruckt in den Händen hält. Auch hier kommt wieder der Punkt “Hass” ins Spiel, die Kontrolle zu verlieren: Geht es vom Labor nicht besser oder sind die Bilder, vielleicht auch Film bedingt, einfach so krieselig. Immerhin war es schon ein 400 ASA-Film. Ein Kodak sogar.
Ich übe also noch… Jetzt dann mit der halben ASA-Zahl und werde wohl mal wo anders entwickeln lassen, was ja gar nicht mehr so einfach ist.
2 Kommentare | PermalinkSchlagwörter: Analog, Frankenwarte


















